5 Oktober 2018

Was bedeutet Fair Fashion? 3 Fragen an Danaja Vegelj, Head Of Scouting

Was bedeutet Fair Fashion? 3 Fragen an Danaja Vegelj, Head Of Scouting

Alle sprechen von nachhaltiger Mode und keiner weiß so richtig, was man darunter versteht. Hier erklärt Mode-Expertin Danaja Vegelj was für sie – und damit für SHOWROOM – Fair Fashion bedeutet. Für unseren Pop-up Store in der Berliner Galeries Lafayette hat sie gemeinsam mit dem Team eine wunderschöne Auswahl nachhaltiger Brands zusammengetragen. Noch bis zum 13. Oktober sind Designer von Ade Velkon bis Rudolf Vienna dort ausgestellt.

Fair Fashion ist ein großes Wort. Was heißt es für dich?

Das Wort „Sustainability“ ist eines dieser Worte, das in der Pop Kultur gerade übermäßig genutzt wird. Manche sagen, dass Designer, die in diese Kategorie fallen, mit Organic Cotton oder mit recycelter Wolle arbeiten müssen. Andere sind der Meinung, dass Brands ein offizielles Zertifikat besitzen müssen, um „fair“ zu sein. Ich betrachte das Thema lieber aus einer ganzheitlichen Sicht. Der komplette Produktionsprozess und jeder, der darin involviert ist, muss betrachtet werden. Angefangen von der Schnitterstellung, über die Materialbeschaffung, bis hin zur Färbung und zum Transport. Sind die Bedingungen für die Menschen, die die Kleidung fertigen, würdig? Werden Tiere fair behandelt? Wird die Umwelt geschont? All das spielt ein Rolle.

Wie habt ihr die Brands für den temporären Store zusammengestellt? 

Wir haben uns für Marken entschieden, die fair arbeiten und gleichzeitig eine tolle Geschichte erzählen. Das Duo hinter Rudolf Vienna lässt seine Strick-Kreationen beispielsweise 150 Kilometer von Berlin in Handarbeit herstellen. Sanikai ist dagegen eine zertifizierte Schweizer Marke, die recycelte und umweltfreundliche Materialien nutzt. Sie achten im größten Maße auf einen fairen Produktionsprozess. Jede ausgestellte Marke ist anders. Aber alle haben eins gemeinsam: Sie haben Substanz und Herz.

Deine drei Lieblingsstücke von der Fair Fashion Auswahl? 

Ein bunter Oversize-Strickpullover von der jungen polnischen Designerin Berenika Czarnota. Ich werde ihn wahrscheinlich in den kommenden Wochen als Jackenersatz tragen. Dann zweitens, ein langes Baumwollkleid mit Karomuster vom Berliner Duo Ade Velkon. Es erinnerte mich an die frühen 1990er und verleiht reduzierten Outfits eine Prise Grunge. Zuletzt ergonomisch designte Unterwäsche vom Wiener Studio Miyagi – sexy und unprätentiös.

Der SHOWROOM-Fair Fashion Pop-up Store in der Galeries Lafayette 

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